Die technologiebedingten Veränderungen in der Transportbranche 2040

Rolf Bax

Rolf Bax

Februar 1, 2019 - 11:41

 Vor kurzem wurde die Studie Transport 2040 veröffentlicht: Automation, Technology – Employment – The future of work (Automatisierung, Technologie – Beschäftigung – Die Zukunft der Arbeit). Transport war schon immer ein wichtiger Teil der Weltwirtschaft und das ist auch nach wie vor so. Die Welt ist durch den Welthandel zwischen Ländern verbunden und die Transportbranche sorgt jährlich für mehr als 62,7 Billionen Tonnenmeilen an weltweit beförderten Gütern. In der Transport- und Logistikbranche arbeiten Millionen von Menschen. Automatisierung und neue Technologien verändern den Alltag und die Arbeit der Menschen, auch im Bereich Logistik. Uns stehen die Mittel zur Verfügung, um dieser Entwicklung eine positive Richtung zu geben und davon zu profitieren. Im Mittelpunkt der Studie stehen die Auswirkungen der Automatisierung auf die Transportbranche. Die Studie untersucht auch die Auswirkungen auf die Beschäftigungsmöglichkeiten. Darauf gehen wir in diesem Blog jedoch nicht weiter ein, sondern konzentrieren uns auf die Veränderungen im Transportwesen durch technologische Veränderungen zwischen jetzt und 2040.

Derzeit leben wir in der so genannten 4. Phase der industriellen Revolution, gekennzeichnet von einer weitreichenden Automatisierungsrevolution, die sich überdies äußerst rasant weiterentwickelt. Diese Studie befasst sich mit Automatisierung und den Technologieveränderungen von heute bis einschließlich 2040.

Aus dieser Studie ergeben sich vier wichtige Forschungsergebnisse:

1. Wirtschaftlicher Nutzen, demografische Trends und Sicherheitsfaktoren sind Katalysatoren für die Automatisierung, aber in vielen Bereichen des globalen Transports wird das Tempo der Automatisierungseinführung allmählich anziehen.

2. Das steigende Handelsvolumen führt in Zukunft zu einer höheren Transportnachfrage, während regionale Veränderungen beim Transportverhalten erwartet werden.

3. Mit dem allmählichen Tempo bei der Technologieeinführung und dem gestiegenen Handelsvolumen sind entsprechende Auswirkungen auf die Beschäftigung abzusehen. Gering und mittelmäßig qualifizierte Arbeiter werden durch die Automatisierung dem hohen Risiko der Rationalisierung ausgesetzt sein. Das Tempo der Einführung und Verbreitung von Technologien wird jedoch von den unterschiedlichen Entwicklungsstadien der Länder und ihren jeweiligen komparativen Vorteilen abhängen.

4. Automatisierung und Technologie werden durch den lokalen Kontext beeinflusst. Die Auswertung der einzelnen Länderprofile zeigt, dass Länder und Regionen nicht den gleichen Bereitschaftsgrad haben, neue Technologien und Automatisierungen einzusetzen. Eine Analyse der relevanten Schlüsselfaktoren verdeutlicht die Kluft zwischen Industrie- und Entwicklungsländern.

Ein Überblick über die technologischen Trends innerhalb des weltweiten Transports lässt sich in vier Gruppen unterteilen:

1. Automatisierung von Transportmitteln und Infrastruktur

2. Instandhaltung von Transportmitteln und Infrastruktur

3. Benutzeroberflächen für Kunden und Betreiber

4. Neue Dienstleistungen

In der Studie wird näher auf alle Trends in diesen jeweiligen Gruppen eingegangen, wie auf das Internet der Dinge, Blockchain, Augmented Reality und vieles mehr.

Bei jedem Transportmodus sind die folgenden Trends zu nennen:

Trends beim Lufttransport
Innerhalb des Lufttransports sind folgende Trends zu nennen::
- Selbstfahrende Flugzeugschlepper
- Autonome Fracht- und Shuttlebusse
- KI
- Chatbots
- Computergestützte Instandhaltungsprogramme
- Mikroroboter für die Inspektion
- Unbemannte Flugzeugsysteme

Trends beim Seetransport 
Innerhalb der Seefrachtbranche sind folgende Trends zu nennen:
- Autonome Häfen
- Autonome Schiffe
- Zusammenarbeit mit Human-Robotern
- Luft- und Unterwasser-Drohnentechnologie
- Mobilität als Dienstleistung

Trends beim Schienengüterverkehr
Innerhalb des Schienengüterverkehrs sind folgende Trends zu nennen:
- Fahrerlose Züge
- Hybrid- oder Wasserstoffzüge
- Zustandsorientierte und vorausschauende Instandhaltung
- Unabhängige Antriebseinheiten (ANTS, NGT)

Trends beim Straßentransport
- Individuelle Fahrzeugsteuerung
- Virtuelle Beschilderung
- Internet der Fahrzeuge
- Datengesteuerte und automatisierte Mechanismen für On-Demand-Arbeit und -Wartung 
- Automatisierte Langstrecken-Frachtfahrzeuge
- Bedarfsgerechte Plattformen für den Frachtverkehr

Die genutzten Transporttechnologien werden je nach Branche unterschiedlich sein. Im Bereich Luftfracht wird der technologische Fortschritt oft durch die Nachfrage der Branche bestimmt. Im Bereich Seefracht findet die Technologie langsamer Eingang, da die Umsetzung internationaler Vorschriften und Richtlinien oft sehr lange dauert. Beim Schienengüterverkehr erwartet man, dass die aktuelle Technologie die meisten Probleme der Branche lösen kann. Die größten Hindernisse für das technische Wachstum aller Branchen sind oft operativer oder rechtlicher Natur, Stichwort selbstfahrende LKWs.

Oftmals werden technologische Veränderungen auch durch Sicherheits- und Effizienzbestrebungen ausgelöst, und gar nicht immer durch die Arbeitskosten. Man erwartet außerdem nicht, dass die Anzahl der Arbeitsplätze sehr stark abnimmt, aber aufgrund der sich ändernden Arbeitsprozesse wird sich die Art der Arbeit selbst ändern.

Abschließend: Die Zukunft der Transportbranche

Die Güterverkehrnachfrage wird oft durch die Wirtschaft und die Weltbevölkerung vorgegeben. Die Korrelation zwischen den beiden wird in der Studie deutlich dargelegt. Transport ist ein Resultat des Handels und daher sind seine Routen hauptsächlich mit den Handelsstrukturen verbunden. Importe und Exporte korrelieren immer mit dem Kontext des internationalen Handels.

Die größte Branche, die Seefracht, verzeichnet ein schnelles Wachstum, aber zukünftig wird das jährliche Wachstum abnehmen. Der Straßengüterverkehr wächst stetig weiter, aber in einem deutlich langsameren Tempo. Im Bereich Schienengüterverkehr ist gemäß dieser Studie kein Wachstum zu erwarten. Auch die Luftfracht nimmt zu, aber nicht so umfangreich, sodass sie in dieser Studie nicht deutlich herausgearbeitet wird. Das Wachstum ist insgesamt je nach Land und Kontinent unterschiedlich. Wenn man das Wachstum individuell je nach Branche und Jahr betrachtet, bekommt man ein klares Bild vom Rückgang des Wachstums beim Straßentransport und der Seefracht. Es ist jedoch nicht zu erwarten, dass Transportmodi weltweit durch andere ersetzt werden, wohingegen es regional hingegen sehr wohl Veränderungen geben wird. Es bleibt jedoch dabei, dass der Transport der Effizienzsteigerung durch Kostensenkung, Verbesserung der Transportnutzung, Senkung des Kraftstoffverbrauchs, Erhöhung der Kapazität und Einsatz von neuen Technologien widmet. Die Veränderung des Transportmodus wird dann durch die Nutzung von Energie, durch Emissionsrichtlinien, Umwelt und Technologie angetrieben.

In der Studie wurden Länderprofile erstellt (insgesamt 17), um die Chancen und Herausforderungen abzubilden. Dies zeigt, dass insbesondere Australien, die USA, Europa und Ostasien bereit sind für den Einsatz von neuen Technologien, allen voran in der Seefrachtbranche. In einigen Ländern wie z.B. in Afrika und Südamerika fehlen Infrastruktur und Geschäftsmodelle, um die Technologie zu implementieren. Dort konzentriert man sich mehr auf die tägliche Nahrungsversorgung, Gesundheit und Bildung. Um bei der Seefrachtbranche zu bleiben, zeigt die Studie, dass sich einige Länder trotz der vielen Diskussionen über die Technologie in der Seefrachtbranche noch gar nicht darauf konzentrieren. Es gibt keine Strategie, und man befindet sich noch in der Anfangsphase des Wandels.

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